Rapa Nui: Informationen, Geschichte, Geografie, Flora & Fauna

Osterinsel, Chile

Über Rapa Nui

Mitten in der Endlosigkeit des blauen Pazifiks und 3700 km vom südamerikanischen Kontinent entfernt liegt die Osterinsel – Wiege einer sagenumwobenen Kultur, die unter den wachsamen Blicken der riesigen Moais weiterlebt.

EINZIGARTIGE UND RÄTSELHAFTE KULTUR

In 3.700 km Entfernung vom Kontinent und umgeben vom tiefsten und klarsten Wassers unseres Planeten, liegt Rapa Nui. Die Osterinsel ist Wiege einer einzigartigen und rätselhaften Kultur, deren Geschichte längst nicht zuende ist. Sprache, Musik und Traditionen sind unter den Bewohnern der Insel erhalten geblieben und die kolossalen Steinfiguren der Moais zeugen von einer geheimnisvollen Vergangenheit.

Rapa Nui wurde vermutlich 600 n.Chr. von Siedlern entdeckt, die von den Marquesas-Inseln im Ostpazifik stammten. Von der Besiedlung der Insel erzählt die Legende vom Ariki Hotu Matu’a, dem ersten König und Begründer der Rapa Nui.

Zu den prähistorischen Höhepunkten gehört das verschlüsselte Schriftsystem des Rongo Rongo und der Ältestenkult der Moai, deren Bau ca. 1000 n.Chr. begann. Mehr als 900 Moais wurden im Laufe der Zeit auf den Ahu, den großen Zeremonialstätten, aufgestellt. Die Moais standen für sprituelle Macht (mana), für die Quelle von Ruhm und Wohlstand und legitimierten die Herrscher.

Die Übernutzung der Ressourcen führte im 15. Jahrhundert zu einer Krise, im Laufe derer die Rapa Nui-Herrscher ihre Macht verloren und das traditionelle Weltbild erschüttert wurde. Die Moais wurden umgestürzt und der Ältestenkult aufgegeben.

1722 erreichte die Expedition von Jacob Roggeveen aus den Niederlanden die Insel und die Rapa Nui wurden in Europa bekannt.

Der Kontakt mit dem Westen hatte für die Rapa Nui katastrophale Auswirkungen. Fast ein Drittel wurde als Zwangsarbeiter nach Peru gebracht. Einigen gelang es, auf die Insel zuückzukehren, doch sie brachten Krankheiten mit und die Bevölkerung verringerte sich drastisch, bis nur noch 111 Personen übrig blieben.

Seit 1888 gehört Rapa Nui zum staatlichen Hoheitsgebiet Chiles. Damals wurde die Schafzucht betreibende „Compañía Explotadora de Isla de Pascua” gegründet. Im Laufe der Zeit wurden immer wieder Misshandlungen durch dieses Unternehmen bekannt, sodass die Verwaltung der Osterinsel 1953 der chilenischen Marine übertragen wurde.

 

Isla de Pascua

Die Macht des Vogelmanns Tangata Manu

Die Krise auf der Insel hatte neue Krieger und Anführer hervorgebracht, deren Macht und Autorität nun nicht mehr vererbt, sondern durch rituelle Wettkämpfe zugewiesen wurde. Der wichtigste war jedes Jahr zum Frühjahrsbeginn die Zeremonie des Vogelmanns oder Tangata Manu. Vertreter verschiedener Stämme traten gegen einander an, um das erste Ei der Manutara-Möwe zu finden.

Die Auserwählten trafen sich am Zeremonieplatz Orongo, kletterten dann die Steilküste hinunter und schwammen bis zur kleinen Insel Motu Nui, wo sie ein Möwenei finden und es im intakten Zustand zurück nach Orongo bringen mussten. Der Sieger wurde als Tangata Manu, der Wiedergeburt des Schöpfergottes Make Make , gesalbt und genoss eine Reihe an Vorrechten.

Die Rapa Nui-Kultur hat sich bis heute weiterentwickelt und einen Teil ihrer ursprünglichen Formen erhalten. Dies zeigen traditionelle Gerichte, Sportarten, Tänze, Musik, Zeremonien, das Kunsthanderk und auch die weiterhin gesprochene Sprache Kananga. Tänze wie der Sau-Sau oder Tamuré mit traditioneller Musik begleiten noch heute die Feste und Zeremonien. Die Gastronomie bewahrt mehrere alte Rezepte. Dazu gehört eine Zubereitung von Fisch auf Vulkangestein, das mit Brennholz erhitzt wird – das Gericht Tunuahi.

Die Ankunft katholischer Missionare im 19. Jahrhundert führte zur Vermischung der Religionen, was man zum Beispiel sonntags in der Kirche in Hanga Roa miterleben kann. Gesänge in vananga begleiten die Messe und die Gläubigen tragen typische Kleidung und Blumen.

Auf der Osterinsel gibt es auch verschiedene Musik- und Tanzgruppen, die regelmäßig abends bei Veranstaltungen auftreten.

1995 wurde die Osterinsel wegen ihrer geografischen Schönheit und ihrem kulturellen Reichtum zum UNESCO-Weltkulturebe ernannt.

La Isla Grande (Die große Insel)

Wie die Insel früher genannt wurde, ist bis heute ein Rätsel geblieben. Es gibt drei Versionen: „Te Pito o te Henúa” – „Der Nabel der Welt”; „Te Pito o te Kainga”- „Die Matrix“ und „Mata ki te rangi” – „In den Himmel blickene Augen”. „Osterinsel” ist der christliche Name und stammt vom niederländischen Seefahrer Jacob Roggeveen, der am Ostersonntag 1722 dort anlegte.

Im 19. Jahrhundert nannten die westlichen Seefahrer die Insel dann „Rapa Nui” (große Insel), aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit Rapa Iti, einer Insel in 5000km westlicher Entfernung.

Wichtige Expeditionen nach Rapa Nui

  • 1722: Jacob Roggeveen, niederländischer Seefahrer.
  • 1770: Felipe González Ahedo, spanischer Marineoffizier.
  • 1774: James Cook, englischer Seefahrer.
  • 1786: Graf de La Pérouse, französischer Weltumsegler.
  • 1955: Thor Heyerdahl, norwegischer Forschungsreisender.

EIN RIESIGER VULKANKEGEL

Vor 3 Millionen Jahren erhob sich mitten im Pazifik und in fast 3.000 m Tiefe ein riesiger Vulkankegel. So entstand Poike, der erste der großen Vulkane, am südlichen Ende der Insel. 500.000 Jahre später brachte eine zweite Eruption südwestlich der ersten den Rano Kau-Vulkan hervor.

Vor 300.000 Jahren erhob sich dann der Maunga Terevaka und bildete damit im äußersten Norden das komplette Dreieck von 166 km² und einer Breite von bis zu 12 km.

Vor etwa 3000 Jahren endeten die Eruptionen, nachdem 70 sekundäre Vulkankegel entstanden waren. Heute gibt es keinen aktiven Vulkan. Der Lavafluss formte die leichten Abhänge, die die Topografie der Insel heute ausmachen. Nur die obersten 511 m des riesigen Berges liegen über dem Meerespiegel.

Rapa Nui: Im Osten des polynesischen Dreiecks

Die Insel liegt an der östlichen Spitze des sogenannten Polynesischen Dreiecks, das zusammen mit der westlichen Spitze Neuseeland und der oberen Spitze Hawaii gebildet wird. Die ungefähre Länge der jeweiligen Schenkel dieses fast gleichschenkligen Dreiecks ist mit der Entfernung zwischen New York und Moskau vergleichbar.

Rapa Nui liegt auf der tektonischen Mikroplatte der Osterinsel, genau dort, wo die Nazca- und die Südamerikanische Platte aufeinandertreffen. Die Subduktion zwischen den Platten führt dazu, dass sich die Insel jedes Jahr um 9 cm dem chilenischen Festland annähert.

Noch einige Millionen Jahre werden wohl vergehen, bis das polynesische Dreieck seine aktuelle Form verliert.

WELTWEIT EINZIGARTIG

Die Meeresfauna ist mit 150 Arten aus über 60 Familien sehr vielfältig. Jede vierte dieser Arten gibt es nur an diesem Ort. Das umliegende Meer ist bekannt für seine Sichtbarkeit. Man sieht gut bis in 50 m Tiefe und kann somit einen Großteil der Unterwasserwelt entdecken.

Studien zufolge war die Pflanzenwelt von Rapa Nui früher, als es noch mehr heimische Arten gab, um einiges reichhaltiger als heutzutage. Klimaveränderungen und Vulkanausbrüche vor 12.000 Jahren beeinträchtigten die Vegetation deutlich. Doch am tiefgreifensten wirkte sich der Einfluss des Menschen seit dem 5. Jh. n. Chr. aus.

Durch die Einführung invasiver Arten und durch Übernutzung starben Baum- und Buscharten aus oder verringerten sich drastisch. Dies geschah mit dem Toromiro-Baum, der Rapa Nui-Palme, dem Sandelholz und dem Toi.

Das Totora-Schilf ist auf dem amerikanischen Kontinent heimisch und wächst auf der Osterinsel an den Kraterseen. Es hat mehrere Tausenden von Jahren überlebt und wird unter anderem auch zu Kleidungsstücken verflochten. Auch der Mahute, ein Busch aus dem man Stoffe herstellt, und der Ti, der dafür die Farbpigmente liefert, haben überlebt. Zu den eingeführten Pflanzenarten gehören die Süßkartoffel, Banane und der Kürbis.

Vögel und Meerestiere waren immer in größerer Anzahl vorhanden als die Säugetiere zu Land. Zu den Vögeln gehören der Tiuque aus der Familie der Falken, das Chile-Steisshuhn, der Haussperling, der Bindenfregattvogel (Makohe) und zwei tropische Wandervogelarten.

Für einen Abgleich mit den während der Touren anzutreffenden Vogelarten bieten wir eine Liste an, die Sie sich hier herunterladen oder am Reiseziel anfordern können.

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